Gemütlich soll das rollende Zuhause sein, elegant oder rustikal. Die Geschmäcker sind verschieden. Viele von euch suchen in unserer Facebook Gruppe „Hippie-Busse, Weltreisemobile, Selbstausbauten & kreative VW Bullis“ immer wieder nach schönen Ideen und Inspirationen für die Innenverkleidung im Wohnmobil. Dabei werden auch technische Aspekte thematisiert. Fakt ist, gutes Aussehen ist nicht das einzige Kriterium bei der Wahl des richtigen Materials zum Wohnmobil Innenausbau.

Im folgenden Artikel erläutern wir euch alles Wissenswerte über die verschiedenen Materialien. Was es noch zu beachten gibt und wie ein paar Lösungen ganz konkret aussehen können, erfahrt ihr ebenfalls im Artikel. Am Schluss gibt es noch eine interessante Umfrage unter den Gruppenmitgliedern, wer welche Verkleidung in seinem Bus nutzt. Hier bündeln wir, wie in allen Ratgeber-Artikeln auf dieser Seite, die Erfahrung, die Ideen und das Wissen von über 30.000 Community Mitgliedern. Übrigens, die Bilder für diesen Artikel wurden uns freundlicherweise von einigen Mitgliedern der Facebook-Gruppe zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Die Rechte an den Bildern bleiben selbstverständlich bei den jeweiligen Urhebern und dürfen nicht kopiert oder an Dritte weitergegeben werden!

Innenverkleidung im Wohnmobil – Planung ist alles!

Das A und O bei der Innenverkleidung im Wohnmobil Selbstausbau ist eine vorausschauende Planung. Mache dir also frühzeitig Gedanken über deine Wandverkleidung. Schon beim Dämmen solltest du wissen, wo später die Befestigungspunkte sein sollen. Eine mögliche Unterkonstruktion solltest du schon vor der Dämmung montieren. So verbindest du sie stabil mit der Karosserie.

Auch Leitungswege solltest du gleich bei der Planung der Unterkonstruktion beachten. Spätestens vor der Montage der Verkleidung müssen alle Kabel, die du nicht im Innenraum haben möchtest, verlegt sein. Auch musst du die Position der Lampen mit einplanen und darfst die Ausschnitte bei der Montage der Verkleidung nicht vergessen. Bei Einbauleuchten ist darauf zu achten, wie groß der erforderliche Deckenhohlraum sein muss. Gegebenenfalls brauchst du, je nach Wahl deiner Deckenverkleidung, noch eine Unterkonstruktion für deine Lampe. In dünne Sperrholzplatten kannst du nichts sicher verschrauben.

Welche Kriterien spielen bei der Auswahl der Innenverkleidung im Wohnmobil eine Rolle?

Sicherheit

Alle Einbauten, die gesamte Ladung sowie die Innenverkleidung im Wohnmobil müssen fest verschraubt, verankert oder festgezurrt sein. So können sie während der Fahrt und vor allem bei einem Unfall nicht als Geschosse durch das Fahrzeug jagen und womöglich Insassen gefährden! Wichtig ist aber auch das Bruchverhalten der Materialien. Insassen dürfen bei einem Unfall nicht durch Splitter verletzt werden können.

Gewicht

Das zweite Kriterium, welches sich wie ein roter Faden durch die meisten Selbstausbauten zieht und auch in der Community immer wieder diskutiert wird, ist das Gewicht. Die Wand- und Deckenverkleidungen können sich zu einigen Quadratmetern aufsummieren. Entsprechend kann die Materialwahl durchaus einen nennenswerten Einfluss auf das Gesamtgewicht des Fahrzeugs haben.

Oberfläche

In den meisten Selbstausbauten ist das Platzangebot beschränkt. Der enge Raum im Wohnmobil, Kind oder Hund an Bord – die Wahrscheinlichkeit, dass da jemand regelmäßig an die Wand rempelt, ist hoch.
Viele wünschen sich ein Material, welches solchen Kontakt großzügig verzeiht, nicht anfällig für Kratzer und gut abwischbar ist. Die Decke ist sicher weniger beansprucht als die Wände, der Eingangs- oder Kochbereich mehr als die Sitz- oder Schlafecke.

Feuchtigkeit

An der Kochstelle entsteht Wasserdampf. Und wem hat nicht schon mal die Tomatensoße munter aus dem Topf gespritzt? Rund um das Spülbecken ist ein spritzgefährdeter Bereich und wer eine Dusche im Fahrzeug hat, muss sich sowieso extra Gedanken zur Beschaffenheit der Wände machen. Je nachdem, wie deine Innenverkleidung im Wohnmobil aussehen soll, ist in diesen, stärker durch Feuchtigkeit belasteten Bereichen, ein Materialwechsel oder ein zusätzlicher Schutz erforderlich.

 

Flexibilität

Die Wenigsten bauen einen schönen rechtwinkligen Koffer aus. Weit mehr Selbstausbauer plagen sich mit allerlei Schrägen und Rundungen an der Decke und den Wänden ihrer Wohnmobile herum, die sie schick verkleiden wollen. Wichtig ist dabei  immer, möglichst wenig wertvollen Platz im kleinen Heim zu verschwenden.
Mit flexiblen, biegbaren oder auch kleinteiligen Materialien hat man in diesen Bereichen am meisten Erfolg.

Gemütlichkeit

Auch wenn das ausbautechnisch nicht immer die höchste Priorität haben sollte, so nimmt der Gemütlichkeitsfaktor gerade beim selbst ausgebauten Fahrzeut doch immer einen besonderen Stellenwert ein. Warme Materialien wie Holz, Stoff, Teppich usw. stehen daher meistens höher im Kurs, wenn die Wohnlichkeit im Vordergrund steht. Da wird der Praxistest auch schnell mal über Bord geworfen. Bei Expeditionsmobilen werden mit Rücksicht auf das Gewicht aber oft auch Kompromisse gemacht.

Materialauswahl bei der Innenverkleidung im Wohnmobil

Massivholz

Ein Klassiker kursiert auf unzähligen Vanlife – Fotos durchs Internet: Profilholz (Nut und Federbretter) aus Fichte, Tanne oder Kiefer als Innenverkleidung im Wohnmobil. Auch in der Gruppe gibt es häufig Fragen zu dem Material. So beliebt diese Lösung auch ist, so oft werden aber auch kritische Gegenstimmen laut. Einerseits ist das Massivholz sehr schwer, andererseits birgt es durch die langen Fasern immer auch eine Gefahr. Hier seht ihr alle Kriterien auf einen Blick:

Tanne, Fichte und Kiefer sind langfaserige Hölzer. Wenn sie zerbrechen, entstehen lange Splitter. Die Verletzungsgefahr der Insassen bei einem Unfall ist dadurch hoch.Eine Splittergefahr besteht allgemein bei Massivholz, ist aber je nach Holzart noch mal unterschiedlich zu bewerten. Wenn Du Massivholz verwenden möchtest, lass dich dazu am besten beim Fachhändler beraten. Beim TÜV wird dieser Punkt nicht einheitlich gehandhabt. Es gibt in der Gruppe sowohl Erfahrungen mit TÜV – Prüfern, die einen Ausbau mit Nut- und Federbrettern strikt abgelehnt haben, als auch Selbstausbauten, die ohne Probleme die Umschreibung zum Wohnmobil erhalten haben. Unabhängig von der rechtlichen Lage, überleg dir bitte genau, ob du dieses Risiko für dich und deine Mitfahrer eingehen möchtest.

Fichte ist mit einer Rohdichte von ca. 470 kg/m³ im Grunde gar kein besonders schweres Holz. Das Profilholz hat jedoch in der Regel eine Materialstärke von 1,25 cm. Damit wiegt die Verkleidung (ohne Unterkonstruktion) ca. 4,8 kg/m² und ist im Verhältnis zu den anderen vorgestellten Wand- und Deckenverkleidungen deutlich schwerer.

Fichte, Tanne und Kiefer sind eher weiche Hölzer, mit einer guten Beschichtung aber durchaus alltagstauglich. Durch die Holzmaserung fallen kleinere Macken auch nicht sofort auf. Insgesamt wirkt eine Oberfläche aus Massivholz immer gemütlich und warm.

Generell gilt bei Massivholz, dass es abhängig von der Luftfeuchtigkeit (die im Wohnmobil häufig stark variiert) quillt und schwindet. Entsprechend muss beim Einbau ein Bewegungsspielraum für das Holz eingeplant werden. Die Nut- und Federverbindung ist genau dafür geschaffen.

Mit etwas Geschick kann man zumindest in Längsrichtung der Hölzer Rundungen und Schrägen gut verkleiden. Da das Holz aber in der Regel einige Millimeter dick ist, kann von Flexibilität nur bedingt die Rede sein.

Sperrholz als Innenverkleidung Wohnmobil

Der wirkliche Klassiker als Innenverkleidung im Wohnmobil ist das Sperrholz. Technisch bietet es gegenüber dem Fichtenmassivholz einige Vorteile. Sperrholz besteht aus mehreren dünnen Holzplatten, die kreuzweise (in der Faserrichtung des Holzes) miteinander verleimt werden. Mindestens drei Lagen werden dabei miteinander verbunden. Ab fünf Lagen und einer Plattenstärke von 12 mm spricht man von Multiplexplatten. Eine Sperrholz Innenverkleidung im Wohnobil bietet entscheidende Vorteile gegenüber anderen Materialien.

Durch die kreuzweise Verleimung der dünnen Platten ist die Splittergefahr bei Unfällen im Vergleich zum Massivholz erheblich reduziert. Es gilt daher als Ausbaumaterial mit einem höheren Sicherheitsfaktor als andere Materialien.

Pappelsperrholz hat eine Rohdichte von ca. 450 kg/m³, also ähnlich dem Fichtenmassivholz. Der Unterschied besteht in der Materialstärke. Für Wand- und Deckenverkleidungen reichen 4 mm starke Platten schon aus. Damit kommt man auf gerade mal 1,8 kg / m².

Birkensperrholz ist mit einer Rohdichte von bis zu 700 kg / m³ deutlich schwerer. Auch hier kann man 4 mm Platten verwenden und kommt dann auf ein Gewicht von 2,8 kg / m².

Pappel ist relativ weich, ähnlich der Fichte. Birke ist härter und weniger empfindlich. Je nach Beschichtung wird die Oberfläche noch härter und vor allem unempfindlicher gegen Nässe und Schmutz.

Durch die kreuzweise Verleimung ist Sperrholz auch bei wechselnder Luftfeuchtigkeit sehr formstabil. Es gibt zwei Arten der Verleimung:
IF – Ein nicht wetterbeständiger Leim, der nur in Wohnräumen in allgemein beständiger Luftfeuchte beständig ist.
AW – Ein bedingt wetterbeständiger Leim, der auch bei erhöhter Feuchtigkeit noch beständig ist.
Wer im Wohnmobil, in dem häufig eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht, auf Nummer sicher gehen möchte, kauft die bedingt wetterbeständigen Platten.

Die dünnen Platten (4 mm) lassen sich gut biegen und sind damit wie gemacht für die leicht rundlichen Wände im Kastenwagen.

unser tipp

Du hättest eigentlich gern Nut- und Federbretter als Verkleidung, machst dir aber Sorgen, wegen dem Gewicht und der Splittergefahr? Mit Sperrholz kannst du zumindest ein ähnliches Bild erzeugen.

Säge das Sperrholz in Lattern der gewünschten Breite. Gib ihm mit Beize oder einem Anstrich die Farbe deiner Wahl. Montiere es nun mit kleinem Fugenabstand an der Decke oder Wand in deinem Camper. Fertig ist der natürliche Holzlook! Nur viel leichter und ohne die Gefahr des Splitterns bei einem Unfall. Wenn du unter die Leisten erst einen dunklen Stoff spannst, gibt das ein einheitliches Bild und du schaust nicht durch die Fugen auf die Unterkonstruktion.

Achte aber unter Umständen darauf, dass du die Bretter nicht direkt aufs Metall schraubst. Das kann nach einiger Zeit an den Schrauben gammeln und dunkle Flecken verursachen, da die Schrauben als Kältebrücke fungieren und sich dort Kondenswasser bildet. Hier kannst du als Lösung zwischen Schrauben und Metall ein Stück dünnes Armaflex oder Verbundschaum kleben.

mdf & hdf – Mittel- und Hochdichte Faserplatten als innenverkleidung

Was im Alltag von vielen einfach nur Möbelrückwand genannt wird, ist eigentlich eine dünne MDF – Platte (Mitteldichte Faserplatte). Die Herstellung einer MDF – Platte erfolgt durch die Verpressung einzelner Holzfasern unter Zusatz von unterschiedlichen Klebstoffen. Verwendet wird sie im Möbel- und Innenausbau. Die HDF – Platte (Hochdichte Faserplatte) ist ein ähnliches Produkt, hat aber höhere Festigkeitswerte. Sie wird für den Innenausbau und auch regelmäßig für Innenverkleidungen von Fahrzeugen verwendet.

Feine Holzfasern, die miteinander verklebt sind – da kann nichts splittern. MDF Platten und HDF Platten bieten also eine hervorragende Basis in puncto Sicherheit beim Wohnmobil Selbstausbau. Wer hier keine Risiken eingehen will, der trifft damit die richtige Wahl.

Eine 3mm starke MDF – Platte wiegt etwa 3,2 kg/m², ist also kein Leichtgewicht.

Durch die Vielzahl an Beschichtungsmöglichkeiten kann eine sehr pflegeleichte Oberfläche hergestellt werden.

Die MDF – Platten neigen dazu, bei Feuchtigkeit aufzuquellen und sich zu verformen. HDF – Platten sollen ein geringeres Quellverhalten aufweisen. Bei beiden Platten ist unter anderem der verwendete Klebstoff für das Verhalten bei Feuchtigkeit ausschlaggebend. Lass dich da beim Kauf am besten beraten, damit du die richtige Platte erwischst. Die einfachen MDF – Möbelrückwände haben in der Gruppe den Ruf, sich schnell zu verformen und stark Feuchtigkeit aufzunehmen.

Die dünnen Platten lassen sich sehr gut biegen.

unser tipp

MDF und HDF Platten eignen sich bestens als Untergrund für Verkleidungen, die auf eine Trägerplatte angewiesen sind. Dies sind zum Beispiel Stoffe, Filz, Tapeten oder Kunstleder.

bambus- und schilfmatten im selbstausbau

Ob es mal ein Sichtschutz, Rollo oder Teppich war, Matten aus Bambus, Schilf oder auch Bast lassen sich wunderbar als Wand- und Deckenverkleidung umfunktionieren. Sie verleihen deinem Selbstausbau zudem einen tropischen Flair und strahlen totale Gemütlichkeit aus. In Kombination mit Grün- und Beigetönen sieht alles sehr natürlich aus und du wirst dich sicher wohlfühlen :-).

Schilf und Bambus sind (verholzte) Gräser, die eher zerfasern als zersplittern. Die Verletzungsgefahr durch Splitter bei einem Unfall ist daher gering.

Generell sind die Materialien sehr leicht. Eine einfache Bambussichtschutzmatte wiegt zum Beispiel etwa 800 g/m², ein Bambusteppich etwa 1 kg/m².

Hier kommt es natürlich auf das einzelne Produkt an. Generell ist der Bambusteppich relativ robust, schließlich ist er ja dafür gemacht, dass Menschen täglich über ihn laufen. Die einfachen Matten, bei denen eher dünne Halme miteinander verbunden wurden, sind wesentlich stoßempfindlicher. Hinzu kommt, dass sie keine homogene Fläche bilden und daher schwer zu reinigen sind. Solche Matten sind eher für die Decke geeignet.

Bambus und Schilf sind sehr feuchtigkeitsresistent. Durch die Verwendung als Matten mit unzähligen Fugen sind sie im Spritzwasserbereich natürlich leider trotzdem nicht zu verwenden.

Rundungen im Fahrzeug lassen sich mit den flexiblen Matten sehr gut verkleiden.

bodenbeläge zweckentfremdet als Innenverkleidung im Wohnmobil

Immer mal wieder taucht der Gedanke auf, Bodenbeläge als Wandverkleidung (und eher seltener auch als Deckenverkleidung) umzufunktionieren. Laminat, Fertigparkett, Kork, Linoleum, Vinyl oder PVC – da kann einem einiges einfallen.

Das Fertigparkett ist der einzige der genannten Beläge, bei dem man über eine Splittergefahr noch mal nachdenken sollte. Aber auch das ist ein verklebtes Verbundmaterial, und daher nicht mehr mit reinem Massivholz zu vergleichen.

Alle Lösungen sind eher schwer, da es sich immer um einen mehrschichtigen Aufbau handelt. Der Laminatboden und das Fertigparkett werden bereits so gekauft, die anderen Materialien werden wahrscheinlich auf eine Trägerplatte aufgezogen, um sie montieren zu können.

Alle Materialien haben im Prinzip eine fertige und recht robuste Oberfläche, es sind ja schließlich Bodenbeläge. Eine Einpflege (Öl, Wachs usw.) ist teilweise nach dem Verlegen noch erforderlich.

Laminat und Feuchtigkeit – es ist bekannt, dass sich die beiden nicht gut vertragen. Parkett ist da (mit der richtigen Einpflege) unempfindlicher. Bei beiden Materialien dürfen beim Verlegen die Dehnungsfugen nicht vergessen werden. Kork benötigt eine Beschichtung gegen Feuchtigkeit, Linoleum, Vinyl und PVC sind hingegen erfreulich unempfindlich gegen Nässe.

Rundungen im Fahrzeug lassen sich mit den flexiblen Matten sehr gut verkleiden.

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Achtung bei der montage!

Während Laminat und Fertigparkett noch direkt auf eine Unterkonstruktion verschraubt werden können, benötigen Kork, Linoleum, Vinyl und PVC eine Trägerplatte (Sperrholz, MDF, HDF), auf die sie verklebt werden. Teilweise gibt es aber auch bei diesen Materialien schon fertige Klick – Systeme. Das alles sind Sonderlösungen, bei denen man selbst ausprobieren muss, wie man sie am besten verwenden und montieren kann.

teppiche, Stoffe, kunstleder & Filz als innenverkleidung

In dem Bereich gibt es unzählige Möglichkeiten an Materialien. Allen gemeinsam ist, dass sie sich sehr flexibel anpassen lassen und natürlich besteht bei diesen weichen Materialien bei Unfällen auch keine Verletzungsgefahr. Beim Thema Sicherheit müsstet ihr also eher das Trägermaterial im Auge behalten. Das Gewicht, die Aufnahme von Feuchtigkeit sowie die Oberflächenqualität variieren je nach Material und Art der Verarbeitung im Fahrzeug.

Verwendet werden können zum Beispiel:

  • Teppich aus Bahnenware oder Läufer
  • Stoffe aus Bahnenware, Möbel und Polsterstoffe, aber auch Vorhänge oder Dekotücher können umfunktioniert werden
  • Kunstleder
  • Nadelfilz, Filz, Velours, Vlies
  • Bezugsstoffe für Autos, Wohnmobile oder aus dem Bootsausbau
Verarbeitungsmöglichkeiten

Die Materialien und Kombinationen sind zu vielfältig, um hier eine allgemeingültige Lösung für alles zu geben. Bei verklebten Varianten solltest du auf jeden Fall vorher eine Probefläche machen.

  • Auf eine Trägerplatte verklebt, zum Beispiel mit Sprühkleber oder Holzleim.
  • Dünner Stoff kann auch auf eine frisch lackierte Platte aufgebracht und später noch einmal mit einer Schicht Klarlack versiegelt werden. (An Teststück ausprobieren!)
  • Auf die Armaflexdämmung verklebt. (Sprühkleber)
  • Eine Trägerplatte bespannen, mit einer Zwischenlage aus Schaumstoff (Stoff umschlagen und auf der Plattenrückseite verkleben / festtackern).
  • Stoff abhängen bzw. aufspannen, zum Beispiel mit Ösen im Stoff, in Anlehnung an ein Sonnensegel. Das hat auch den Vorteil, dass man ihn abnehmen und waschen kann.
  • Vlies oder Filz gibt es zum Beispiel auch selbstklebend.

kunststoff- und verbundplatten im selbstausbau

Es gibt eine Vielzahl an Plattenwaren unterschiedlichster Materialien:

  • Verbundplatten auf Holzbasis (Sperrholz oder MDF) sind zum Beispiel mit Laminat oder Kunststoff beschichtet.
  • Aluminiumplatten mit Polyethylen-Kern sind vielen unter dem Markennamen Alu – Dibond bekannt, wo sie als bedruckbare Platten für großformatige Fotos verkauft werden.
  • Auch Hartschaumplatten (zum Beispiel Marke Forex) lassen sich bedrucken.
  • Kunststoffplatten gibt es unter anderem aus Plexiglas, Makrolon oder PVC, jeweils mit etwas unterschiedlichen Eigenschaften.

Alle diese Materialien sind entwickelt worden, weil sie Vorteile gegenüber herkömmlichen Materialien wie Glas, Holz oder Aluminium bieten. Ein geringeres Gewicht, Bruchfestigkeit, Oberflächenhärte oder Witterungsbeständigkeit können solche Kriterien sein. Vorteile also, die man auch im Wohnmobil für sich nutzen kann. Dem kreativen Selbstausbauer eröffnen sich hier einige Möglichkeiten.

 

originalverkleidung nutzen

Teilweise sind in den Fahrzeugen noch die Originalverkleidungen vorhanden. Je nach Zustand lassen diese sich einfach weiter verwenden. Die Originalverkleidung im Wohnmobil hat immer den Vorteil, dass du nicht groß rumschneiden musst. Alle Teile sind bereits angepasst und du kannst dir überlegen, wie du sie aufhübschen möchtest. Mit Stoff, Filz oder Kunstleder bezogen, hat man schnell eine neue, schöne Oberfläche. Auch alte Landkarten machen sich toll in einem Bus, mit dem du auf Reisen gehen möchtest. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

unser tipp

Hast du dich dazu entschieden, dass die Originalverkleidung raus soll, hebe sie unbedingt noch auf. Damit hast du eine hervorragende Schablone zur Herstellung deiner neuen Verkleidung.

Montage

Es gibt ein paar gängige Varianten, um die Innenverkleidung im Wohnmobil zu montieren.

  • Verschraubung direkt mit der Karosserie mit selbstschneidenden Schrauben oder mit Gewindeschrauben in vorher montierten Nietmuttern (hier bitte den Tipp beachten).
  • Verschraubung auf einer Unterkonstruktion aus Holzlatten. Diese ist wiederum mit der Karosserie verschraubt oder verklebt.
  • Bei Platten und Matten kann man auch mit Leisten oder Aluprofilen (U – oder Doppel -T – Profil) arbeiten, in die sie eingeklemmt (bei Schilf- und Bambusmatten) bzw. einfach eingeschoben (sonstige steifere Platten) werden. Vorteile: Das Profil gibt gerade Holzplatten einen Spielraum zum Ausdehnen. Außerdem ergibt sich ein optisch sauberer Abschluss der Platten.

unser tipp

Treffen Holz und Metall aufeinander, kann es schon mal quietschen. Nutze also möglichst ein Zwischenmaterial. Hier eignet sich beispielsweise eine dünne selbstklebende Isolierung. Diese verhindert gleichzeitig, dass sich an den Stellen Kondenswasser bildet, welches nach längerer Zeit unschöne schwarze Ränder um die Schrauben auf dem Holz hinterlässt.

Community Umfrage – Wer benutzt denn nun was?

Wir haben die Mitglieder unserer Facebook-Gruppe gefragt, welche Innenverkleidung im Wohnmobil sie verbaut haben. So bekommst du einen Eindruck davon, was beliebt ist und was eher weniger genutzt wird. Insgesamt haben über 560 Mitglieder daran teilgenommen. Sie haben uns die Wahl ihres Materials für die Innenverkleidung im Wohnmobil mitgeteilt. Die Ergebnisse siehst du hier:

  • Sperrholz 39,5% 39,5%
  • Stoff, Filz, Velours & Co 21,18% 21,18%
  • Massivholz (z.B. Nut-Feder Holz) 17,77% 17,77%
  • Originalverkleidung 13,46% 13,46%
  • MDF/HDF Platten 4,49% 4,49%
  • Bodenbeläge zweckentfremdet 1,80% 1,80%
  • Kunststoff/Hartschaumplatten/Monopan 1,80% 1,80%
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fazit

Schon im Beitrag kristallisierte sich heraus, dass Sperrholz für die Innenverkleidung im Selbstausbau die meisten Vorteile in sich vereint. Auch unsere Umfrage zeigt deutlich, dass mit fast 40% Sperrholz äußerst beliebt ist bei der Community. Mit über 20% sind Stoffe & Co ebenfalls relativ beliebt bei unseren Selbstausbauern. Aber auch das Profilholz mit Nut und Feder ist gar nicht so unbeliebt, obwohl das Material tierisch schwer ist.

Du siehst also, jeder hat eigene Vorlieben und Vorstellungen, wie das Fahrzeug im Innern am Ende aussehen soll.

 Falls du weitere Fragen zum Artikel hast, die hier noch nicht beantwortet werden, schreib uns gern einen Kommentar.